Kurzbeschreibungen der Workshops

Schnitte von Platonischen Körpern mit Ebenen

(A: Workshop Göttingen: Prof. Dr. Stefan Halverscheid & Dr. Stefan Wiedmann)

Zusammenfassung: Die Bezeichnung „Platonische Körper“ deutet auf etwas sehr Klassisches. Und in der Tat kann man sie in vielen Darstellungen finden, z. B. hier als mit älteste Exponate in der Göttinger „Sammlung mathematischer Modelle und Instrumente“ aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Felix Klein wollte mit seinen Sammlungen Forschungsaktivitäten initiieren. So schreibt er in seinen „Vorlesungen über die Entwicklung der Mathematik im 19. Jahrhundert“:

„Wie heute, so war auch damals der Zweck des Modelles nicht die Schwäche der Anschauung auszugleichen, sondern eine lebendige deutliche Anschauung zu entwickeln, ein Ziel, das vor allem durch das selbst Anfertigen von Modellen am Besten erreicht wurde.“ F. Klein (1926).

Mit Hilfe einer Triangulation ihrer Oberfläche lassen sich Modelle mit 3D-Druckern herstellen oder eine Vektorgraphik dieser Modelle erzeugen. Für Polygone werden Aktivitäten mit Koordinatengeometrie ab der Jahrgangsstufe 7 so erreichbar (Emmermann, Groth & Halverscheid 2016).

In dem Workshop möchten wir Platonische Körper mit 3D-Druck herstellen, indem wir sie mit parallelen Ebenen schneiden. Dabei birgt der Schnitt von Platonischen Körpern mit Ebenen schon manche Überraschung und Herausforderung an das geometrische Vorstellungsvermögen.

Emmermann, L.; Groth, T. & Halverscheid, S. (2016). Polytope mit dem 3-D-Drucker herstellen. Räumliches Denken und Operieren mit Koordinaten ab Klasse 7. PM: Praxis der Mathematik in der Schule 58, 31-45. ISSN 1617-6960, 0032-7042

Klein, F. (1926). Vorlesungen über die Entwicklungen der Mathematik, in 19. Jahrhundert. Berlin: Julius Springer.

Mathematische Modellierung im Spannungsfeld zwischen Anwendung und Schulbuchaufgabe

(B: Workshop Kaiserslautern: Dr. Martin Bracke, Dr. Patrick Capraro)

Zusammenfassung: Mathematische Modellierung nimmt inzwischen in den Lehrplänen eine prominente Rolle ein, doch die Interpretation in der schulischen Umsetzung unterscheidet sich deutlich. Was ist die Rolle mathematischer Modellierung bei der Lösung von realen Anwendungsproblemen? Welchen Anteil kann man in die schulische Ausbildung integrieren und was ist der Nutzen? Und wie ist es möglich, erworbenes Wissen auf diesem Gebiet in Prüfungen abzufragen und zu bewerten? Diesen Fragen wollen wir uns im Workshop geleitet von zwei konkreten Beispielprojekten nähern.

Hinterm Komma geht´s weiter

(D: Workshop Bonn: Prof. Dr. Rainer Kaenders, StD a.D. Carl Peter Fitting)

Zusammenfassung: Die meisten Menschen identifizieren Zahlen mit ihrer Größe. Mathematiktreibende wissen, dass dies nur eine – und sicher nicht die wichtigste – ihrer Eigenschaften ist. Diese Erkenntnis macht gerade einen mathematischen Zahlbegriff aus. In diesem Workshop werden wir entdecken, wie Eigenschaften einer Zahl sich in ihren Dezimalentwicklungen widerspiegeln. Dies bietet unterrichtliche Zugänge zu Zahlen, und speziell zu ihren Eigenschaften, von der Grundschule bis in die Universität.